Meinung – Medium - Landessieger 

Sechs Schülerinnen des Herder-Gymnasiums gewinnen Landeswettbewerb Sprachen

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen wurde auch in diesem Jahr mit gutem Erfolg in Thüringen durchgeführt. Dazu trugen nicht zuletzt auch sechs Schülerinnen der Klasse 10/1 des Herder-Gymnasiums bei. Im Gruppenwettbewerb belegten sie mit ihrem Beitrag „What’s on your mind?“in der Kategorie Medien den ersten Platz. Als Landessieger fahren sie nun im Mai zur Auszeichnungsveranstaltung nach Erfurt und im Juni zum Sprachenfest nach Dachau/München und können ihren Videoclip als Beitrag des Freistaates Thüringen vorstellen. 

Die Jury lobte die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema sowie die sehr tiefgründige Bearbeitung der Grundidee. Auch mit der schauspielerischen Gestaltung bzw. sprachlichen Umsetzung des Themas und der sehr guten technischen Realisierung konnten sie überzeugen. Neben diesen Kriterien bewerte die Jury ebenfalls das Engagement, die Textsicherheit und Spielfreude – alles mit Bravour absolviert. Der Film habe sie emotional sehr bewegt und die Probleme vieler Heranwachsender deutlich gemacht, so die Verantwortlichen des Wettbewerbs. 

Diese Lobpreisung kommt nicht von ungefähr. In Eigeninitiative entschieden sich Luca Ermisch, Hannah Wattenbach, Pia Keller, Leonie Arndt, Sarah-Isabell Meister und Robina Wiesner dazu, am Wettbewerb teilzunehmen. – Für manche der Teilnehmerinnen übrigens nicht die erste Aktivität dieser Art. Gemeinsam suchten sie nach einem Thema, mit dem sie sich und auch andere Schüler identifizieren können. Ihr gewähltes Alltagsproblem spiegelt das wider, was die heutige Jugend bewegt: Sie muss in dieser schnelllebigen Zeit ihren Platz in der Gesellschaft finden. Nicht selten verursacht das Druck, Zweifel, Stress – ausgelöst durch die eigene Person oder die sie umgebende Gemeinschaft.         
Die Grundidee war schnell gefunden. Die jungen Damen wollen den damit verbundenen Dämon, die innere Stimme, die Verzweiflung und negative Gefühle verdeutlicht, personifizieren, ihm ein Gesicht zu geben. Mehr noch, es geht ihnen darum, Auswege aufzuzeigen, nicht zu verzweifeln und wieder Mut zu schöpfen. Was also ist, wenn der Zensuren- und Leistungsdruck einmal wieder zu groß ist oder die familiäre Situation keine Heimstätte bietet oder die Gruppendynamik zu Tätigkeiten verleitet, die man allein nicht ausführen würde? In gemeinsamen Gesprächen entwickelten die Schülerinnen einzelne Szenen, schufen eine Figur des Dämons, schrieben die Voice-Over-Texte und filmten die einzelnen Passagen. Das Schneiden sowie das Hinterlegen mit Musik eigneten sich die Teilnehmerinnen selbst an und formulierten am Ende ihren Skript mit allen Hintergrund-informationen auf dem PC.

Landessieger Sprachen

Pia Kellner, Robina Wiesner, Leonie Arndt, Luca Ermisch, Sarah-Isabell Meister, Hannah Wattenbach (v.l.)

Auf Hilfe und Unterstützung inhaltlicher und technischer Art verzichtet die sechs Schülerinnen, nahmen aber das Angebot der organisatorischen Unterstützung und Anmeldung für den Wettbewerb durch ihre Englischlehrerin Bianca Ortmann, der sie auch regelmäßig Rückmeldung bzgl. des Fortlaufs ihres Projektes gaben. Und diese ist voll des Lobes, denn ein dermaßen hohes Maß an Motivation und Eigenverantwortung kann nicht immer vorausgesetzt werden. 

Die Schülerinnen sitzen bereits wieder zusammen und bereiten ihren Beitrag für das Sprachenfest vor. Sie wollen eine originelle Einstimmung auf ihren Videoclip geben und sich auf mögliche Fragen, die im Folgenden durch die Bundesjury gestellt werden könnten, vorbereiten. Natürlich alles in Englisch. 

Heike Roeder