Ein Paradies entsteht am Herder-Gymnasium

Am Herder-Gymnasium entsteht ein Paradies

Unsere Schule hat sich für eine Auszeichnung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) namens „Thüringer Nachhaltigkeitsschule – Umweltschule Europa“ beworben.

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

Dazu arbeiten die Kurse Naturwissenschaften und Technik (NWuT) der 9. und 10. Klassen an einem Förderprogramm der Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT). Titel dieses Programms ist „Naturschutz beginnt vor der Haustür – in kleinen Schritten zu einem bunten, lebenswerten Wohnumfeld“. 

Ein vielfältiges, artenreiches Umfeld – speziell in der Nähe unserer Schule – ist auch unser Anliegen.

Dafür haben wir die Südwestseite unserer Schule ausgewählt. Dieser Bereich wird täglich von Hunderten Schülern, Lehrern, Eltern, Sporttreibenden aus der Stadt und Umgebung sowie Mitarbeitern und Besuchern des Landratsamtes genutzt. 

Und so sieht der Bereich im Moment aus:

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

Es ist ein typischer Mährasen: monoton und artenarm. 

Unsere Idee ist es nun, diese Fläche zu einer Blühfläche umzubauen und damit ökologisch aufzuwerten. Dabei sollen einheimische, wild lebende Arten und Gestaltungen, die Insekten Nahrung und Lebensraum bieten, bevorzugt werden.

Die Konzeption zu dieser Bepflanzung wird im naturwissenschaftlichen Unterricht des Herder-Gymnasiums erstellt und fordert somit zur Auseinandersetzung mit Aspekten des Naturschutzes, die für jeden – also vor der Haustür – erlebbar sind, heraus. Gleichzeitig werden von den Schülerinnen und Schülern Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen erworben, die sie befähigen, ähnliche Projekte auch in ihrem heimatlichen Umfeld sachgerecht unterstützen zu können. Nachfolgende Klassenstufen können den Prozess der Erstellung einer derartigen, dem Naturschutz entsprechenden Grünfläche nachvollziehen und fortführen. 

Am sonnigsten Platz der zu gestaltenden Fläche wollen wir ein Insektenhotel aufstellen und in dessen Umkreis ein Kräuterbeet als Nahrungsquelle für die Insekten errichten. 

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

Da jedoch ein großer Teil der Insekten Verstecke in der Erde bevorzugt, soll eine Bodenvertiefung mit Zugang aus einheimischen abgestorbenen Hölzern entstehen. Ein Stapel von Natursteinen soll Insekten, vor allem Käfer, zum Sonnen einladen. 

Als Leitpflanzen dienen uns einige Gehölze, deren Blüten Insekten von Frühjahr bis Herbst Nahrung bieten. Begleitpflanzen werden ein harmonisches Gesamtbild erstellen. Frühblüher sollen im Frühjahr den ersten aktiven Insekten eine Nahrungsquelle anbieten. Brennnesseln sollen als Futterpflanze für Schmetterlingsraupen dienen. Vielleicht können wir damit den Kleinen Fuchs, das Tagpfauenauge, das Landkärtchen und andere Schmetterlinge anlocken. 

                                                                                                                           

            

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

            
            

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

            
            

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

            
            

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

            
            

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

            
            

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

            

Ein kleiner Tümpel soll Raum für Wasser liebende Insekten und Flüssigkeit für alle Insekten bieten. Mit zahlreichen weiteren Pflanzenarten wollen wir für wild lebenden Bienen und Hummeln Nahrung bereithalten.

Weiterhin wollen wir den klimabedingten Veränderungen wie längere und beschleunigte Vegetationsperiode verbunden mit Nahrungsmangel für einige Insekten Rechnung tragen. Pflanzen wie Katzenminze, Thymian, Mannstreu und Oregano sollen so zusätzliche Nahrungsquellen für Insekten bieten.

Die Projektfläche soll als Beispielfläche im Unterricht dienen. In jedem Alter bieten sich im MNT-, Biologie- bzw. Naturwissenschaftlichen Unterricht Beobachtungen der Entwicklung des Biotops sowie der dort ansässigen Tiere an. 

Prinzip ist, dass Schülerinnen und Schülern so viele Arbeitsschritte wie möglich selbst ausführen. Dazu wurden bereits 

  • Messdaten und Umweltparameter der Fläche erhoben
  • Gestaltungsideen gesammelt
  • Beratungen durch Frau Moraweck (Landschaftsarchitektin) durchgeführt
  • Pflanzenlisten und Kostenvoranschläge erstellt
  • Eine Wandzeitung gestaltet
  • Ein Vortrag erarbeitet.

Start soll im März sein. Wir wollen das Insektenhotel, 7 Gehölze und ca. 500 krautige, meist ausdauernde Pflanzen in die Erde bringen. Auf einer Informationstafel stellen wir unsere Arbeit und unser Anliegen dar.

Unser Dank gilt schon jetzt Frau Moraweck für ihre fachliche Beratung sowie dem Schulförderverein des Herder-Gymnasiums, der das Insektenhotel und eine Informationstafel finanziert.

Dann freuen wir uns auf unser Insektenparadies!

Das werden wir pflegen und gießen und im Herbst noch mit ca. 200 Frühblüher-Zwiebeln aufwerten.

Die Schülerinnen und Schüler des Zweiges NWuT Klassen 9 und 10 des Herder-Gymnasiums